Timber Carbon

Internationaler Launch der weltweit ersten KI-gestützten Infrastruktur für Carbon Removals im Gebäudesektor

20. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

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Rockywood, ein Holzbau von PRIMUS developments

Rockywood, PRIMUS developments

Foto: Jan Bitter

Zürich, 20. Oktober 2026. Nach dreijähriger Entwicklung und über 90 Gebäuden mit mehr als 72'000 Tonnen dauerhaft gespeichertem CO₂ lanciert das Zürcher PropTech und Climate Tech Unternehmen Timber Carbon die erste KI-gestützte Infrastruktur für die Kohlenstoffspeicherung im Gebäudesektor. Damit wird die CO₂-Speicherung eines Gebäudes erstmals in ein handelbares Asset überführt und der emissionslastige Gebäudesektor wird direkt mit den CO₂-Märkten verbunden. Zur Finanzierung der internationalen Skalierung plant das Schweizer Startup seine erste Finanzierungsrunde.

Von Klimaleistung zu einem handelbaren Asset

Zur Erfüllung von regulatorischen Auflagen gibt es bereits eine Vielzahl kostenpflichtiger Gebäudezertifikate und Labels. Aber keiner der Ansätze fokussiert sich auf den Nachweis der langfristigen CO₂-Speicherung von biobasierten Baumaterialien oder ist über eine KI-gestützte Infrastruktur an die CO₂-Märkte und deren Standards und Marktteilnehmer angeschlossen. Dies ist nun erstmals für die Immobilienbranche verfügbar. Damit erhält die Dekarbonisierung von Immobilien einen wirtschaftlich messbaren Wert und wird vom reinen Kostenfaktor zu einem wirtschaftlich nutzbaren Asset.

Automatisierter Workflow

Die KI-gestützte Infrastruktur von Timber Carbon automatisiert den ganzen Zertifizierungsprozess: Von der Datenaufnahme eines Bauprojekts und der regional unterschiedlichen CO₂-Berechnung über die unabhängige Zertifizierung und Registrierung bis zur Ausstellung, zum Verkauf und zum laufenden Monitoring der Credits. Zugleich ermöglichen die im Detail erfassten Bauteile eine spätere Wiederverwendung im Rahmen der Kreislaufwirtschaft und des Urban Minings. Die Bauherrschaft kann sich die generierten Credits der eigenen Klimabilanz anrechnen (Insetting) oder die Credits sofort oder später am freiwilligen CO₂-Markt verkaufen (Offsetting).

Timber Carbon Removal Credits

Removals aus «Timber in Construction» sind international als Negativemissionen anerkannt (IPCC, UNFCCC)¹. Sie erfüllen die Anforderungen der etablierten Standards an Additionalität, Permanenz und Verifizierung und haben gegenüber technischen Verfahren drei Vorteile: Sie sind schnell skalierbar, sie tragen kein Lieferrisiko, weil erst am fertiggestellten Gebäude zertifiziert wird, und sie senken zugleich die Scope-3-Emissionen², weil Holz Beton und Stahl ersetzt. Zertifiziert und registriert sind die Credits beim internationalen Rainbow Standard, den das ICVCM³ als CCP-Eligible eingestuft hat und dessen Anerkennung unter der EU-Verordnung über Carbon Removals und Carbon Farming (CRCF)⁴ Ende 2026 erwartet wird.

„Der Bausektor gehört zu den Branchen, die am schwersten zu dekarbonisieren sind. Timber Carbon zeigt, was nötig ist, damit es doch gelingt.“

Ludovic Chatoux, CEO Rainbow Standard

Dekarbonisierung des Gebäudesektors

Der Gebäudesektor verantwortet rund 36 Prozent der globalen CO₂-Emissionen, davon ein Drittel aus Baumaterialien. Er ist eine der letzten schwach regulierten Branchen. Ab 2028 erfasst das neue EU-Emissionshandelssystem ETS 2⁵ erstmals die Betriebsemissionen im Gebäudebereich. Zudem müssen ab 2028 grössere Neubauten im Rahmen der EPBD⁶ das Global Warming Potential (GWP) offenlegen. Frankreich begrenzt die grauen Emissionen mit der RE2020⁷ bereits heute, und der UK Net Zero Carbon Buildings Standard geht denselben Weg wie auch der neue Minergie Netto Null Baustandard in der Schweiz. Auch internationale Bewertungssysteme wie BREEAM oder LEED geben Benchmarks für die Kohlenstoffintensität der Gebäude vor. Da drängen sich biobasierte Baustoffe und insbesondere Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft mit seiner hohen Klimaleistung auf. Mit der Inwertsetzung der Klimaleistung von verbautem Holz soll sich der Anteil biobasierter Neubauten bei Renditeliegenschaften, je nach Land heute 0,5 bis 10 Prozent, innert zehn Jahren verdoppeln.

„Bisher war die Klimaleistung von Holzbauten wirtschaftlich unsichtbar. Wenn sie zertifiziert und handelbar wird, verändert das die Gespräche mit Bauherrschaften, und genau dort entscheidet sich, ob mehr in Holz gebaut wird.“

Valentin Wiesner, Geschäftsführer WIEHAG Timber Construction

Timber Carbon

In drei Jahren hat Timber Carbon im deutschsprachigen Raum das weltweit grösste Portfolio für biobasierte Carbon Removals im Gebäudesektor aufgebaut. Es umfasst über 90 Gebäude, die zusammen 72'000 Tonnen CO₂ speichern. Durch den Ersatz von Beton und Stahl wurden bei diesen Projekten zudem 65'000 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden. Zu den Kunden und Geschäftspartnern zählen Swiss Prime Site, PRIMUS und WIEHAG. Gefördert wurde das Vorhaben von Built by Nature und vom Migros-Pionierfonds. Timber Carbon wurde zudem 2023 von UpLink, der Innovationsplattform des Weltwirtschaftsforums WEF, ausgezeichnet und ist als Experte in diversen Carbon-Removal-Plattformen breit vernetzt. Um das weitere Wachstum und die internationale Skalierung zu finanzieren, plant Timber Carbon als PropTech und Climate Tech Unternehmen für Q4 2026 erstmals eine Finanzierungsrunde.

Fussnoten

¹ IPCC und UNFCCC: Intergovernmental Panel on Climate Change, der Weltklimarat der UN, und United Nations Framework Convention on Climate Change, deren Klimarahmenkonvention.

² Scope 3: die indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, im Bau vor allem die grauen Emissionen der Baumaterialien.

³ ICVCM und CCP: Integrity Council for the Voluntary Carbon Market und dessen Qualitätskriterien, die Core Carbon Principles. icvcm.org

⁴ CRCF: EU-Verordnung über Carbon Removals und Carbon Farming, Verordnung (EU) 2024/3012. eur-lex.europa.eu

⁵ EU ETS 2: zweites Emissionshandelssystem der EU. Es erfasst ab 2028 den Gebäudebetrieb. climate.ec.europa.eu

⁶ EPBD: Energy Performance of Buildings Directive, die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. energy.ec.europa.eu

⁷ RE2020: Réglementation environnementale 2020, die französische Umweltregulierung für Neubauten. ecologie.gouv.fr

Medienmitteilung als PDF

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Media release (EN, PDF)
Communiqué de presse (FR, PDF)

Bildmaterial zum Download

Die Bilder dürfen für die redaktionelle Berichterstattung über Timber Carbon verwendet werden, mit Angabe des Copyrights.

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Vorschau der Pressemappe: Rockywood, Dashboard, Frank Vasek und Logo
  • 00 Logo Timber Carbon
  • 01 Rockywood, PRIMUS developments. Foto: Jan Bitter
  • 02 Dashboard der KI-gestützten Infrastruktur von Timber Carbon (Visualisierung). Bild: Timber Carbon
  • 03 Frank Vasek, Co-Founder und CEO, Timber Carbon. Foto: dot RAW Studio

Kontakte

Medien: Samara Scheidegger, Kommunikation, samara.scheidegger@timbercarbon.ch

Bauherrschaften: Tim Träger, Projekte & Zertifizierung, tim.traeger@timbercarbon.ch

Timber Credit-Käufer/Investoren: Frank Vasek, Co-Founder und CEO, frank.vasek@timbercarbon.ch


Themen

press release
Samara Scheidegger

Geschrieben von

Samara Scheidegger

Marketing & Communication

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