
Wie kann die Holzbranche aus dem CO₂-Speicherpotenzial ihres Materials Gewinn ziehen, und welche Risiken birgt das Thema? Darum ging es am 17. März 2022 an einer Online-Veranstaltung des Bunds Deutscher Holzwirte. Das Holz-Zentralblatt berichtete in seiner Ausgabe vom 8. April 2022.
Medium
Holz-Zentralblatt
Veröffentlicht
8. April 2022
Vier Perspektiven auf ein Thema
Rund 70 Teilnehmende verfolgten die Vorträge von Stefan Majer vom Deutschen Biomasseforschungszentrum, Harald Schwarzschachner aus der Industrie, Erik Reichmuth, Managing Director der Timber Finance Initiative, und Prof. Dr. Andreas Krause vom Thünen-Institut für Holzforschung. Reichmuth verwies auf Bündnisse wie die Net-Zero Banking Alliance, in denen fast 200 Unternehmen mit einem Vermögen von über 85 Billionen US-Dollar vertreten sind. Diese würden Wald kaufen, mit Holz bauen und CO₂-Zertifikate erwerben.
Wir wollen durch die strategische Förderung der Wald- und Holzindustrie einen Klimaschutzbeitrag leisten und sehen uns als Teil der bestehenden Industrie.
Ein «überwältigendes» Ja
Als Indiz für den Einfluss des CO₂-Preises zeigte Reichmuth den Timber Finance Index mit 30 börsenkotierten Unternehmen: Während die Holzpreise im März 2020 explodierten und sich 2021 beruhigten, blieb der Index hoch. Die Eingangsfrage, ob in CO₂ Geld stecke, beantwortete er mit einem «überwältigenden» Ja. Ziel der Initiative sei, den Holzbau als kostengünstigste und am besten skalierbare Negativemissionstechnologie zu etablieren. Dem Verdacht des Greenwashings hielt er die lange Nachhaltigkeitstradition der Wald- und Holzwirtschaft entgegen.
Einordnung von Timber Carbon
Die Lancierung des Index fassen wir im Beitrag zur Lignum-Meldung vom März 2022 zusammen. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt.
Themen
Quelle
Holz-Zentralblatt
Deutsche Fachzeitung für die Holzwirtschaft


