Timber Carbon

Holzbau als Negativemissionstechnologie

16. Januar 2023 · 1 Min. Lesezeit

Teilen:


Holzkurier: Gastbeitrag «Holzbau als Negativemissionstechnologie» mit Bild eines Holzbaus von Timbatec

Um das Klimapotenzial des Holzbaus auszuschöpfen, muss er weltweit skaliert werden: mit nachhaltigen Investitionsgefässen, CO₂-Speicherzertifikaten und gesetzlicher Förderung. Das schreiben Thomas Fedrizzi, Co-Founder, und Marisa Steiner, Head of Partnerships der Timber Finance Initiative, in einem Gastbeitrag im Holzkurier.

Die Vereinten Nationen erkennen den Holzbau an

In den nächsten 20 Jahren muss bis zu 60 Prozent des weltweiten Gebäudebestands um- oder neu gebaut werden, während die Bauindustrie für rund 40 Prozent des CO₂-Ausstosses verantwortlich ist. Regierungen in der Schweiz, Europa und Amerika unterstützen den Holzbau mit regulatorischen Änderungen, technische Innovationen ermöglichen Wolkenkratzer und Autobahnbrücken aus Holz. Im Juli 2022 erkannten die Vereinten Nationen im Rahmen der UNFCCC erstmals offiziell «Timber in Construction» als Methode zur Kohlenstoffspeicherung an. Verbautes Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung hat demnach einen doppelten Klimawert: Der Wald entzieht der Atmosphäre CO₂, das Holz ersetzt emissionsintensive Baustoffe.

Für eine Skalierung des Holzbaus braucht es aber mehr als Zertifikate.

Zertifikate und Investitionen

Seit 2021 erarbeitete die Timber Finance Initiative die methodischen Grundlagen für handelbare CO₂-Zertifikate für Holzbauten. Die Autoren rechneten damals mit einem Marktstart 2023 und einem Volumen des freiwilligen CO₂-Markts von rund 30 Milliarden US-Dollar bis 2030. Allein in der Schweiz liessen sich jährlich rund 1 Million Kubikmeter Holz zusätzlich verbauen, ohne die Waldfläche zu verkleinern, was einem zusätzlichen Klimapotenzial von 1 Million Tonnen gespeichertem CO₂ pro Jahr entspreche. Zugleich müsse sich die Holzindustrie modernisieren und brauche Investitionen in Milliardenhöhe, etwa über Holzfonds, Holzbauhypotheken oder spezialisierte Immobilienfonds.

Einordnung von Timber Carbon

Der Beitrag beschreibt den Ausgangspunkt der heutigen Methodik. Die Pilotphase startete im Februar 2024, wie die Meldung von Lignum zeigt. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Den heutigen Standard erklärt die Seite Technologie.


Themen

mediacarbon removaltimber constructioncarbon creditsnet-zero

Quelle

Holzkurier

Österreichische Fachzeitung für die Holzwirtschaft

Mehr aus Aktuelles

Rockywood, ein Holzbau von PRIMUS developments
Aktuelles

20 Okt 2026

Internationaler Launch der weltweit ersten KI-gestützten Infrastruktur für Carbon Removals im Gebäudesektor

Timber Carbon lanciert die erste KI-gestützte Infrastruktur für die Kohlenstoffspeicherung im Gebäudesektor. Die CO₂-Speicherung eines Gebäudes wird damit erstmals zu einem handelbaren Asset.

Weiterlesen: Internationaler Launch der weltweit ersten KI-gestützten Infrastruktur für Carbon Removals im Gebäudesektor
Rockywood, ein Holzbau von PRIMUS developments
Veranstaltungen

19 Okt 2026

Webinar - Carbon removal in buildings: what it means for real estate

Save the date: Am 8. Dezember 2026 ordnen Frank Vasek und Lukas Fehr ein, was Carbon Removals für die Immobilienbranche bedeuten. Lunch-Webinar, online und auf Englisch.

Weiterlesen: Webinar - Carbon removal in buildings: what it means for real estate
Erste Seite von «Potential contribution of biogenic materials in new and renovated buildings towards carbon budgets and storage in Switzerland», Journal of Cleaner Production
Studien

19 Okt 2026

Potential contribution of biogenic materials in new and renovated buildings towards carbon budgets and storage in Switzerland

Das Team von ETH Zürich und HES-SO untersucht vier Schweizer Wohngebäude. Mehr biobasierte Baustoffe senken die grauen Emissionen um bis zu 40 % und machen die CO₂-Budgets 2030 in drei von vier Fällen erreichbar.

Weiterlesen: Potential contribution of biogenic materials in new and renovated buildings towards carbon budgets and storage in Switzerland
A misty forest with tall pine trees

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Updates, Insights und News von Timber Carbon — direkt in Ihr Postfach.