
Um das Klimapotenzial des Holzbaus auszuschöpfen, muss er weltweit skaliert werden: mit nachhaltigen Investitionsgefässen, CO₂-Speicherzertifikaten und gesetzlicher Förderung. Das schreiben Thomas Fedrizzi, Co-Founder, und Marisa Steiner, Head of Partnerships der Timber Finance Initiative, in einem Gastbeitrag im Holzkurier.
Die Vereinten Nationen erkennen den Holzbau an
In den nächsten 20 Jahren muss bis zu 60 Prozent des weltweiten Gebäudebestands um- oder neu gebaut werden, während die Bauindustrie für rund 40 Prozent des CO₂-Ausstosses verantwortlich ist. Regierungen in der Schweiz, Europa und Amerika unterstützen den Holzbau mit regulatorischen Änderungen, technische Innovationen ermöglichen Wolkenkratzer und Autobahnbrücken aus Holz. Im Juli 2022 erkannten die Vereinten Nationen im Rahmen der UNFCCC erstmals offiziell «Timber in Construction» als Methode zur Kohlenstoffspeicherung an. Verbautes Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung hat demnach einen doppelten Klimawert: Der Wald entzieht der Atmosphäre CO₂, das Holz ersetzt emissionsintensive Baustoffe.
Für eine Skalierung des Holzbaus braucht es aber mehr als Zertifikate.
Zertifikate und Investitionen
Seit 2021 erarbeitete die Timber Finance Initiative die methodischen Grundlagen für handelbare CO₂-Zertifikate für Holzbauten. Die Autoren rechneten damals mit einem Marktstart 2023 und einem Volumen des freiwilligen CO₂-Markts von rund 30 Milliarden US-Dollar bis 2030. Allein in der Schweiz liessen sich jährlich rund 1 Million Kubikmeter Holz zusätzlich verbauen, ohne die Waldfläche zu verkleinern, was einem zusätzlichen Klimapotenzial von 1 Million Tonnen gespeichertem CO₂ pro Jahr entspreche. Zugleich müsse sich die Holzindustrie modernisieren und brauche Investitionen in Milliardenhöhe, etwa über Holzfonds, Holzbauhypotheken oder spezialisierte Immobilienfonds.
Einordnung von Timber Carbon
Der Beitrag beschreibt den Ausgangspunkt der heutigen Methodik. Die Pilotphase startete im Februar 2024, wie die Meldung von Lignum zeigt. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Den heutigen Standard erklärt die Seite Technologie.
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Quelle
Holzkurier
Österreichische Fachzeitung für die Holzwirtschaft


