
Was ist ein Baustoff, der CO₂ über Jahrzehnte speichert, am Kapitalmarkt wert? Der Holzkurier berichtet in seiner Ausgabe vom 10. September 2026 über den ESG Timber Score. Entwickelt wurde er an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), mit Timber Finance als Projekt- und Praxispartner. Der Score zeigt, welche börsenkotierten Unternehmen tatsächlich zum Holzbau und zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff beitragen.
Medium
Holzkurier
Veröffentlicht
10. September 2026
316 Unternehmen, 72 mit echtem Holzbau-Bezug
Ausgangspunkt der Studie waren 316 börsenkotierte Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft. Nur 72 davon haben einen direkten Bezug zum Holzbau oder zu strukturellen Holzprodukten, die Kohlenstoff über lange Zeit speichern. Für den ESG Timber Score verbinden die Forschenden Tania Kornsteiner, Andreas Hecht und Thomas Richter die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens mit seinen ESG-Daten und seiner Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die wissenschaftliche Arbeit ist bei Acadlore Publishing Services erschienen.
Die Studie zeigt auch, wo klassische ESG-Bewertungen an Grenzen stossen: 89 Prozent der untersuchten Unternehmen verfügen über Wald- oder Holzzertifizierungen, 83 Prozent über Management- oder Lieferkettenzertifikate. Direkt im Holzbau tätig sind aber weniger als zehn Prozent.
Ein Werkzeug für Portfolios mit Klimawirkung
Ergänzt wird der Score durch einen Performance Score, der auf den Aktienrenditen von 2018 bis 2023 beruht. Eine feste Gewichtung gibt es nicht. Investorinnen und Investoren legen selbst fest, ob sie stärker auf das CO₂-Speicherpotenzial oder auf Rendite und Risiko achten. So lassen sich Unternehmen, die mit Holzbau langfristig Kohlenstoff binden, klar von Herstellern kurzlebiger Produkte wie Papier oder Verpackungen unterscheiden. Laut Holzkurier könnten damit auch kleinere Börsentitel sowie Unternehmen aus Asien und Afrika gezielter in nachhaltige Anlagestrategien einfliessen.
Der ESG Timber Score schafft mehr Transparenz für Investitionen in Holzbau und CO₂-Speicherung.
Einordnung von Timber Carbon
Die Bau- und Immobilienwirtschaft verursacht fast 40 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Damit mehr Kapital in den Holzbau fliesst, muss seine Klimaleistung messbar und vergleichbar werden. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, teilt dieses Anliegen: Auf Ebene des einzelnen Gebäudes machen wir den im Holz gespeicherten Kohlenstoff messbar und als verifizierte Carbon Removals handelbar. Wie das funktioniert, zeigt unsere Technologie-Seite.
Themen
Quelle
Holzkurier
Österreichische Fachzeitung für die Holzwirtschaft


