
Oft entscheidet sich ein Investor wegen weniger Prozentpunkte gegen Holz und für einen Massivbau. Im Finanzblog der Schweizer Holzrevue (Ausgabe 10/11 2025) zeigt Frank Vasek, damals Geschäftsführer von Timber Finance Carbon Solutions und heute Co-Founder und CEO von Timber Carbon, wie CO₂-Speicherzertifikate diese Lücke schliessen helfen. Sie entschädigen die Klimaleistung eines Holzbaus finanziell oder lassen sich an die Netto-Null-Ziele der Bauherrschaft anrechnen.
Medium
Schweizer Holzrevue
Veröffentlicht
20. Oktober 2025
Vom Wald in die Tragstruktur
Die ersten CO₂-Speicherkonzepte setzten beim Wald an, zuerst in den Ländern des Südens, später auch in den Wäldern der mittleren Breiten. Seit 2022 verschiebt sich der Blick. Käferbefall und Waldbrände haben viele Waldprojekte unter Druck gesetzt. Gleichzeitig rückt die Bau- und Immobilienwirtschaft in den Fokus: Sie verantwortet 37 Prozent der weltweiten Emissionen und gerät ab 2028 in der EU und ab 2030 in der Schweiz ins Visier der Regulierung.
Vasek erinnert daran, dass internationale Gremien wie der Weltklimarat IPCC den Holzbau als Negativemissionstechnologie anerkennen. Das CO₂ wird im Wald gebunden, über die Verarbeitungskette in Bauteile überführt und in der Tragkonstruktion langfristig gespeichert. Technische Ansätze wie DACCS oder BECCS benötigen neue Anlagen. Die Holzkette vom Wald bis zum Bau ist dagegen bereits vorhanden, entsprechend tief sind die Zusatzkosten pro gespeicherter Tonne CO₂.
CO₂-Zertifikate sind ein neues Akquisitionsinstrument für Holzbauer.
Rund 50 Projekte in der Zertifizierung
Timber Finance begann 2022, für den freiwilligen CO₂-Markt einen eigenen Ansatz für CO₂-Speicherzertifikate im Holzbau zu entwickeln, und bietet diese seit 2024 an. Zum Zeitpunkt des Beitrags waren rund 50 Projekte für die Zertifizierung aufgenommen. Kern des Ansatzes ist der Nachweis der langfristigen Speicherung im verbauten Holz der Tragstruktur. Wie jedes CO₂-Konzept muss er belastbare Antworten zu Messbarkeit, Verifizierbarkeit, Zusätzlichkeit, Doppelzählung und Permanenz liefern. Holzbauern rät Vasek deshalb, ihre Kundschaft aktiv auf diese neue Form der Wertschöpfung hinzuweisen.
Einordnung von Timber Carbon
Was Frank Vasek 2025 als Verkaufsinstrument für Holzbauer beschrieben hat, ist heute der Kern von Timber Carbon, das 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet ist. Wir machen den im Gebäude gespeicherten Kohlenstoff messbar und bringen ihn als verifizierte Carbon Removals auf den Markt. Bauherrschaften und Holzbauer, die ihr Projekt prüfen lassen möchten, finden den Einstieg auf unserer Seite Biobasiert bauen.
Themen
Quelle
Schweizer Holzrevue
Schweizer Fachmagazin für die Holzbranche


