
Im März 2026 hat Minergie den Baustandard Minergie-Netto-Null lanciert. Er legt fest, wie ein Gebäude über den Lebenszyklus eine Netto-Null-Bilanz erreicht. Im Finanzblog der Schweizer Holzrevue (Ausgabe 6/2026) zeigt Geschäftsleiter Andreas Primavesi, warum der Baustoff Holz dabei doppelt hilft.
Medium
Schweizer Holzrevue
Veröffentlicht
15. Juni 2026
Zuerst vermeiden, dann speichern
Die Schweiz will bis 2050 klimaneutral sein, Gemeinden und bundesnahe Betriebe müssen ihre Gebäude schon ab 2040 CO₂-neutral erstellen. Seit 1990 sind die betrieblichen Treibhausgasemissionen des Gebäudesektors um 47 Prozent gesunken, trotz 50 Prozent mehr beheizter Wohnfläche. Für Netto-Null reicht das laut Primavesi nicht. Basis des neuen Labels ist im Neubau Minergie-P oder -A-ECO, bei Sanierungen der Minergie-Standard.
Im ersten Schritt gilt ein Grenzwert für die Emissionen über den Lebenszyklus. Gebäude, die mehrheitlich in Holz gebaut sind, erreichen ihn einfacher. Im zweiten Schritt wird der Kohlenstoffspeicher im Gebäude berechnet: Ein Kubikmeter verbautes Schweizer Holz speichert rund eine Tonne CO₂, angerechnet werden davon 64 Prozent. Der Abschlag von 36 Prozent geht auf einen Vorschlag von ETH-Forschenden zurück und berücksichtigt unter anderem Verluste beim Rückbau.
Ausgleich zu 250 Franken pro Tonne
Was danach an Emissionen übrig bleibt, wird mit geprüften Negativemissionszertifikaten ausgeglichen. Zugelassen sind nur permanente Technologien aus hochwertigen Projekten in der Schweiz und den Nachbarländern, der Preis liegt aktuell bei 250 Franken pro Tonne CO₂. Für Holzbauer ergibt sich daraus ein weiteres Verkaufsargument.
Wetten, dass noch ganz viele Optimierungen im Projekt günstiger sind als 250 Fr. pro Tonne CO₂?
Einordnung von Timber Carbon
Minergie-Netto-Null gibt dem im Gebäude gespeicherten Kohlenstoff ein klares Gewicht. Wer ein Gebäude nach dem Label plant und zugleich CO₂-Speicherzertifikate prüfen möchte, sollte die Anrechnung früh klären, damit derselbe Kohlenstoff nicht doppelt gezählt wird. Timber Carbon begleitet Bauherrschaften bei dieser Frage. Kontaktieren Sie uns für eine Einschätzung Ihres Projekts.
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Quelle
Schweizer Holzrevue
Schweizer Fachmagazin für die Holzbranche


