
Der Holzbau steht vor Wachstum, doch wie wird es finanziert? Im Finanzblog der Schweizer Holzrevue (Ausgabe 12/2024) erklärt Prof. Dr. Thomas Richter, Leiter der Fachstelle Real Estate Management & Finance der ZHAW, warum die ZHAW die Schweizer Wald- und Holzindustrie dazu befragt. Thomas Fedrizzi von Timber Finance ergänzt ein Praxisbeispiel.
Medium
Schweizer Holzrevue
Veröffentlicht
2. Dezember 2024
Graue Energie rückt in den Fokus
Der Gebäudesektor verursacht in der Schweiz rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen, zunehmend zählen dabei die Emissionen aus der Bauphase. Holz bindet CO₂ beim Wachstum, ist im Inland verfügbar und lässt sich weniger energieintensiv verarbeiten als Stahl oder Beton. Zudem speichern Holzbauten CO₂ über ihre ganze Lebensdauer, was laut Richter neben dem Finanzmarkt auch den Kohlenstoffmarkt öffnet. Damit genug Kapital in die Branche fliesst, muss der Finanzsektor sie jedoch als Wachstumsbranche mit Beitrag zur Nachhaltigkeit wahrnehmen. Daran fehlt es oft.
Die Zeichen stehen auf Wachstum und Investitionen.
Eine Umfrage und ein Praxisbeispiel
Mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt im Rahmen des Aktionsplans Holz erhebt die ZHAW die Finanzierungssituation der Branche, um Hürden zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Als Beispiel für eine Anlagemöglichkeit nennt Fedrizzi die damals laufende Kapitalerhöhung der Holzvermarktung Graubünden AG. Das von über 25 Bündner Gemeinden und Forstrevieren getragene Unternehmen liefert jährlich über 50 000 Festmeter Holz und öffnete sein Aktionariat erstmals für weitere Anleger.
Einordnung von Timber Carbon
Die Ergebnisse der Umfrage sind inzwischen erschienen, wir fassen sie im Beitrag Holz ist im Trend: Doch wer finanziert das Wachstum? zusammen. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt.
Themen
Quelle
Schweizer Holzrevue
Schweizer Fachmagazin für die Holzbranche


