
Wie lässt sich mehr Kapital in die Wald- und Holzwirtschaft lenken? Im Finanzblog der Schweizer Holzrevue (Ausgabe 9/2026) fassen Nina Lustenberger, Dozentin, und Prof. Dr. Thomas Richter, Leiter der Fachstelle Real Estate Management & Finance der ZHAW, eine Umfrage unter Investoren und eine neue Studie zusammen. Die ZHAW untersucht seit mehreren Jahren mit Timber Finance, wie sich die Kohlenstoffspeicherung von Holz wirtschaftlich nutzen lässt.
Medium
Schweizer Holzrevue
Veröffentlicht
14. September 2026
Was Investoren suchen
An der Umfrage nahmen 43 Investoren teil. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ. Die Tendenz ist trotzdem klar: Gefragt sind vor allem börsenkotierte Anlagen. Die Branche selbst ist dagegen stark von KMU geprägt. Grosses Interesse besteht an neuen Ansätzen wie CO₂-Zertifikaten. In ESG-orientierten Strategien wird die Wald- und Holzwirtschaft leicht überdurchschnittlich berücksichtigt, bei nachhaltigen Lösungen ist ihre Bedeutung noch grösser, weil Holz als klimafreundlicher Baustoff und langfristiger Kohlenstoffspeicher gilt.
Die Ergebnisse beider Untersuchungen deuten damit auf ein grundsätzliches Matching-Problem hin.
Drei Hürden zwischen Kapital und Branche
Eine Studie aus dem Jahr 2026 sieht in der Branche einen erheblichen Finanzierungsbedarf, der oft schwer zu decken ist. Die Autorin und der Autor nennen drei Gründe:
- Investoren bevorzugen Anlageformen, die schlecht zum Finanzierungsbedarf mittelständischer Unternehmen passen.
- Es fehlt eine ESG-Berichterstattung, die die für Investoren relevanten Kennzahlen liefert.
- Die Strukturen der Branche sind auf Investorenseite wenig bekannt.
Handlungsbedarf sehen sie bei einer praktikablen ESG-Berichterstattung für KMU, bei passenden Finanzierungsformen und bei standardisierten Methoden, mit denen sich die Kohlenstoffspeicherung monetarisieren und in Bewertungstools integrieren lässt.
Einordnung von Timber Carbon
Am letzten Punkt arbeitet Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet. Wir machen die Speicherleistung von Holzbauten nach einer anerkannten Methodik messbar und bringen sie als verifizierte CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Mehr dazu auf unserer Seite CDR kaufen.
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Quelle
Schweizer Holzrevue
Schweizer Fachmagazin für die Holzbranche


