
Dass eine Tragstruktur aus Holz Kohlenstoff speichert, bestreitet in der Branche niemand. Wie viel es bei einem konkreten Gebäude ist, und zwar in einer Form, die eine Prüfstelle akzeptiert, können deutlich weniger sagen. Genau um diese Lücke geht es im Webinar von Timber Development UK: wie der Kohlenstoff eines fertigen Gebäudes gemessen wird, was die Verifizierung verlangt, und was vorliegen muss, bevor sich das Ergebnis am Kohlenstoffmarkt verkaufen lässt. Den ersten Input gibt Andrew Cowan von One Click LCA, den zweiten Naim Solh, Carbon Project Developer bei Timber Carbon.
Von der Behauptung zur Zahl
Die Messung beginnt beim Gebäude selbst: welche Holzarten, welche Volumen, an welcher Stelle der Struktur, und woher das Holz stammt. Aus diesem Nachweis lässt sich die Entnahme berechnen und einer akkreditierten Stelle zur Verifizierung vorlegen. Ohne ihn bleibt die Klimaleistung eines Holzgebäudes ein Satz im Prospekt. Deshalb liegt der grössere Teil der Arbeit in der Dokumentation und nicht in der Ingenieurleistung.
Warum der Markt für das Projekt zählt
Ist eine Entnahme verifiziert, kann sie als Credits ausgegeben werden, und Credits haben einen Preis. Dieser Erlös fliesst ins Projekt zurück und verändert die Wirtschaftlichkeitsrechnung des Holzbaus, was in einem knappen Entscheid den Ausschlag geben kann. Timber Carbon ist seit 2021 führender Schweizer Carbon Developer für den Immobiliensektor und macht genau diese Arbeit: den in der Tragstruktur gespeicherten Kohlenstoff berechnen, die Entnahme nach international anerkannten Standards verifizieren lassen und dafür Timber Carbon Credits ausgeben.
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