
Unsere Gebäude sind Denkmäler der Rohstoffgewinnung und hoher Emissionen. Was, wenn wir uns vom Beton ab- und dem Holz zuwenden? Dieser Frage geht James Crawford im Long Read des Guardian vom 27. August 2026 nach, ausgehend von Mjøstårnet, dem höchsten Holzhochhaus der Welt.
Medium
The Guardian
Veröffentlicht
27. August 2026
Ein Hochhaus aus dem Wald nebenan
Mjøstårnet steht am Ufer des Mjøsa-Sees beim norwegischen Städtchen Brumunddal: 18 Geschosse, 84 Meter, mit Büros, Wohnungen und einem Hotel mit 72 Zimmern, selbst der Liftschacht ist aus Holz. Die Idee skizzierte Entwickler Arthur Buchardt 2015 nach dem Pariser Klimaabkommen auf einer Serviette und liess sie vom Trondheimer Büro Voll Arkitekter umsetzen. Das Holz stammt aus der unmittelbaren Umgebung, das Brettschichtholz lieferte der Holzverarbeiter Moelven. Laut Rune Abrahamsen von Moelven wuchs das Gebäude fast um ein Geschoss pro Woche, montiert mit einem Turmkran und ohne Aussengerüst.
We will look at a certificate of each building, and you will see its CO2 emissions.
Warum Beton das Problem ist
So beschreibt Buchardt, wohin sich der Markt bewegen werde. Der Gebäudebereich verursacht laut Artikel 37 Prozent der weltweiten Emissionen, 7 bis 8 Prozent allein die Betonherstellung. Seit 1960 hat sich der Einsatz von Beton verzehnfacht, weniger als 1 Prozent stammt aus Recyclingmaterial, und der Sandbedarf dürfte bis 2060 um die Hälfte steigen. Massivholz ist noch teuer, und die Frage nach dem Brandschutz stellt sich bei jedem Holzhochhaus. Abrahamsen hält das Gebäude dennoch für besonders sicher.
Einordnung von Timber Carbon
Mjøstårnet zeigt, wie viel Holz und damit wie viel gebundener Kohlenstoff in einem einzigen Gebäude stecken kann. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Ein weiteres Beispiel ist das Sara Kulturhaus in Schweden, über das die Washington Post berichtete, was Bauherrschaften tun können, steht unter Biobasiert bauen.
Themen

Quelle
The Guardian
Britische Tageszeitung


