Timber Carbon

Near-Zero Emission and Resilient Buildings

15. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit

Teilen:


Titelseite von „Near-Zero Emission and Resilient Buildings“, Buildings Breakthrough

Durchbruch im Bauwesen

Die Initiative „Buildings Breakthrough“, die auf der COP28 ins Leben gerufen wurde und gemeinsam von Frankreich und Marokko geleitet wird, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 nahezu emissionsfreie und widerstandsfähige Gebäude zur weltweiten Norm zu machen. Dieser Abschlussbericht gibt Antwort auf die naheliegende Frage, die sich daraus ergibt: Was zählt als solches? Koordiniert vom GlobalABC-Sekretariat unter der Schirmherrschaft des UNEP und unter der Leitung des World Green Building Council fasst er eine gemeinsame Definition, einen Rahmen aus Indikatoren und Messgrößen sowie politische Leitlinien für die Regierungen zusammen, die diese in Rechtsvorschriften umsetzen müssen.

Autoren / Institution

Buildings Breakthrough: GlobalABC Secretariat (UNEP) & World Green Building Council

Veröffentlicht

2026

Herunterladen

Was der Bericht klärt

Ein nahezu emissionsfreies und widerstandsfähiges Gebäude ist laut Definition des Berichts äußerst energieeffizient, hält die Treibhausgasemissionen über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg auf ein Minimum und schützt seine Nutzer sowie seinen Wert vor den zu erwartenden Gefahren. Auf der Grundlage dieser Definition legt der Bericht elf Bausteine fest: Betriebsemissionen, Energieeffizienz, kohlenstoffarme Energie, Kältemittel, in der Herstellung und am Ende der Lebensdauer enthaltene Emissionen, Suffizienz sowie die Resilienzbewertungen. Für jeden dieser Bausteine werden Leitprinzipien anstelle eines einzigen globalen Schwellenwerts festgelegt – und genau darum geht es: Das Rahmenwerk muss in jedem Klima und jedem Regulierungssystem funktionieren.

Indikatoren, die Regierungen gesetzlich festlegen können

In der zweiten Hälfte wird die Definition in Zahlen umgesetzt: Energieverbrauch in kWh pro Quadratmeter und Jahr, Emissionen in kg CO₂e pro Quadratmeter, Resilienz durch gefahrenspezifische Bewertungen, jeweils verknüpft mit den bereits bestehenden Standards und Zertifizierungssystemen. Das Kapitel zur Politik gruppiert die Empfehlungen anschließend in die Bereiche „Rahmenbedingungen“, „Kohlenstoff und Energie“ sowie „Anpassung“ und deckt dabei Planungsrecht, Finanzierung, Kapazitätsaufbau und Forschung ab.

Warum wir es lesen

Die in Produkten und Dienstleistungen enthaltenen Emissionen werden als wesentlicher Bestandteil der Definition behandelt und nicht als Fußnote zum betrieblichen Energieverbrauch. Und die methodischen Empfehlungen fordern die Länder auf, den GWP 100 insgesamt, den GWP 100 fossiler Herkunft sowie den biogenen Kohlenstoffgehalt separat zu definieren, wobei ein festgelegter Abrechnungszeitraum und eine explizite Berücksichtigung zeitabhängiger Variablen vorgeschrieben sind. Genau das ist der Bilanzierungsrahmen, den ein Holzbau benötigt, um sein Potenzial aufzuzeigen.

Der Bericht geht nicht bis zum nächsten Schritt. Er fordert die Erfassung von biogenem Kohlenstoff, verlangt jedoch nicht, dass die langfristige Bindung in tragenden Konstruktionen angerechnet wird, und nennt kein bestimmtes Material. Wer hier nach Argumenten für Holz sucht, wird hier nicht fündig. Was man hier findet, ist der Messrahmen, in den solche Argumente passen müssen.

Vollständiger Titel: Nahezu emissionsfreie und widerstandsfähige Gebäude: Gemeinsame Definitionen, Indikatoren, Rahmenbedingungen und politische Leitlinien für die Umsetzung. 56 Seiten. Baut auf dem Zwischenbericht 2025 auf, in dem die Definition und die Leitprinzipien festgelegt wurden.


Themen

policytimber buildingsstudy

Mehr aus Aktuelles

Timber Carbon, Stand 6G502 auf der Messe „The District 2026“ im IFEMA Madrid.
Veranstaltungen

14 Sep 2026

Timber Carbon an The District 2026, Madrid

The District versammelt das europäische Immobilienkapital vom 22. bis 24. September in der IFEMA Madrid. Sie finden uns am Stand 6G502 in Halle 6 und am Dienstag um 12:15 im Discovery Theatre.

Weiterlesen: Timber Carbon an The District 2026, Madrid
Google verwertet Bauholz in grossem Massstab
Aktuelles

09 Sep 2026

Was eine Halle von 1943 über Holz-Wiederverwendung zeigt

Google barg 178 Tonnen Douglasie aus einer Luftschiffhalle von 1943 und verbrachte ein Jahr in Laboren damit, zu rekonstruieren, was das Holz noch tragen kann. Die Daten, die dort fehlten, hat ein dokumentiertes Holzgebäude längst.

Weiterlesen: Was eine Halle von 1943 über Holz-Wiederverwendung zeigt
Der „Flat-Pack“-Wolkenkratzer: Wie Holz die Städte der Zukunft prägen kann
Medien

27 Aug 2026

Der „Flat-Pack“-Wolkenkratzer: Wie Holz die Städte der Zukunft prägen kann

Mit einer Höhe von 84 Metern ist das Mjøstårnet in Norwegen das höchste vollständig aus Holz erbaute Gebäude der Welt. Es wurde aus präzisionsgeschnittenem Brettschichtholz wie ein Möbelbausatz in fast einem Stockwerk pro Woche errichtet. Der ausführliche Artikel im „Guardian“ beschreibt, wie es gebaut wurde, und geht auf die Fragen ein, die bei jedem gross angelegten Holzbauprojekt aufkommen: Brandschutz, Versicherung und die 16.000 Bäume, die dafür benötigt wurden.

Weiterlesen: Der „Flat-Pack“-Wolkenkratzer: Wie Holz die Städte der Zukunft prägen kann
A misty forest with tall pine trees

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Updates, Insights und News von Timber Carbon — direkt in Ihr Postfach.