
Durchbruch im Bauwesen
Die Initiative „Buildings Breakthrough“, die auf der COP28 ins Leben gerufen wurde und gemeinsam von Frankreich und Marokko geleitet wird, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 nahezu emissionsfreie und widerstandsfähige Gebäude zur weltweiten Norm zu machen. Dieser Abschlussbericht gibt Antwort auf die naheliegende Frage, die sich daraus ergibt: Was zählt als solches? Koordiniert vom GlobalABC-Sekretariat unter der Schirmherrschaft des UNEP und unter der Leitung des World Green Building Council fasst er eine gemeinsame Definition, einen Rahmen aus Indikatoren und Messgrößen sowie politische Leitlinien für die Regierungen zusammen, die diese in Rechtsvorschriften umsetzen müssen.
Autoren / Institution
Buildings Breakthrough: GlobalABC Secretariat (UNEP) & World Green Building Council
Veröffentlicht
2026
Was der Bericht klärt
Ein nahezu emissionsfreies und widerstandsfähiges Gebäude ist laut Definition des Berichts äußerst energieeffizient, hält die Treibhausgasemissionen über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg auf ein Minimum und schützt seine Nutzer sowie seinen Wert vor den zu erwartenden Gefahren. Auf der Grundlage dieser Definition legt der Bericht elf Bausteine fest: Betriebsemissionen, Energieeffizienz, kohlenstoffarme Energie, Kältemittel, in der Herstellung und am Ende der Lebensdauer enthaltene Emissionen, Suffizienz sowie die Resilienzbewertungen. Für jeden dieser Bausteine werden Leitprinzipien anstelle eines einzigen globalen Schwellenwerts festgelegt – und genau darum geht es: Das Rahmenwerk muss in jedem Klima und jedem Regulierungssystem funktionieren.
Indikatoren, die Regierungen gesetzlich festlegen können
In der zweiten Hälfte wird die Definition in Zahlen umgesetzt: Energieverbrauch in kWh pro Quadratmeter und Jahr, Emissionen in kg CO₂e pro Quadratmeter, Resilienz durch gefahrenspezifische Bewertungen, jeweils verknüpft mit den bereits bestehenden Standards und Zertifizierungssystemen. Das Kapitel zur Politik gruppiert die Empfehlungen anschließend in die Bereiche „Rahmenbedingungen“, „Kohlenstoff und Energie“ sowie „Anpassung“ und deckt dabei Planungsrecht, Finanzierung, Kapazitätsaufbau und Forschung ab.
Warum wir es lesen
Die in Produkten und Dienstleistungen enthaltenen Emissionen werden als wesentlicher Bestandteil der Definition behandelt und nicht als Fußnote zum betrieblichen Energieverbrauch. Und die methodischen Empfehlungen fordern die Länder auf, den GWP 100 insgesamt, den GWP 100 fossiler Herkunft sowie den biogenen Kohlenstoffgehalt separat zu definieren, wobei ein festgelegter Abrechnungszeitraum und eine explizite Berücksichtigung zeitabhängiger Variablen vorgeschrieben sind. Genau das ist der Bilanzierungsrahmen, den ein Holzbau benötigt, um sein Potenzial aufzuzeigen.
Der Bericht geht nicht bis zum nächsten Schritt. Er fordert die Erfassung von biogenem Kohlenstoff, verlangt jedoch nicht, dass die langfristige Bindung in tragenden Konstruktionen angerechnet wird, und nennt kein bestimmtes Material. Wer hier nach Argumenten für Holz sucht, wird hier nicht fündig. Was man hier findet, ist der Messrahmen, in den solche Argumente passen müssen.
Vollständiger Titel: Nahezu emissionsfreie und widerstandsfähige Gebäude: Gemeinsame Definitionen, Indikatoren, Rahmenbedingungen und politische Leitlinien für die Umsetzung. 56 Seiten. Baut auf dem Zwischenbericht 2025 auf, in dem die Definition und die Leitprinzipien festgelegt wurden.
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