
Timber Finance will das Klimapotenzial der Wald- und Holzwirtschaft mit CO₂-Finanzinstrumenten erschliessen. Im Schwerpunktheft «Zukunft des Holzbaus» des Zürcher Wald 4/2024 porträtiert Martin Widmer das Unternehmen und seine zwei Geschäftsbereiche.
Medium
Zürcher Wald
Veröffentlicht
19. August 2024
Ein Banker mit Wald
Erik Reichmuth, Managing Director, arbeitete zwölf Jahre als Vermögensverwalter bei Julius Bär und bewirtschaftet mit seinem Bruder gut eine Hektare Wald am Pfannenstiel. Die Bauindustrie verursacht einen Viertel der Schweizer CO₂-Emissionen, Bauen mit Holz sei ein Hebel für die Klimaziele. In der Schweiz werden ein bis zwei Millionen Kubikmeter Stammholz nicht geerntet, während rund drei Viertel des Bauholzes importiert werden. Der erste Geschäftsbereich ist das Tracker-Zertifikat, ein Aktienkorb mit 23 börsenkotierten Unternehmen der Wald- und Holzbranche, vor allem aus Nordamerika und Europa, kaufbar an der SIX ab 100 Franken.
Die Dekarbonisierung der Bauwirtschaft ist eine Herkulesaufgabe.
Pilotprojekt mit 20 Holzbauten
Der zweite Bereich sind CO₂-Speicherzertifikate für den Holzbau. Für ein zweijähriges Pilotprojekt wurden 20 Holzbauten in der Schweiz ausgewählt, darunter der Ersatzbau «Pünt» der Siedlungsgenossenschaft Eigengrund in Egg ZH: 7050 Quadratmeter Nutzfläche, rund 2000 Tonnen CO₂ im Tragwerk, davon konservativ 1462 Tonnen zertifiziert, plus 508 Tonnen vermiedene Emissionen. Nach Abzug von 20 bis 30 Prozent Vertriebs- und Projektkosten sollen rund 50 Prozent der Erlöse an die Bauherrschaften und 20 bis 30 Prozent an die Waldeigentümer gehen. Sechs Forstreviere in Basel-Landschaft, Wallis, Graubünden und Zürich machen mit. Im selben Heft erklärt die ZürichHolz AG im Beitrag «Kaskadennutzung beginnt bei der Schlagplanung», wie Holz zuerst dem Bau und erst danach der Energie zugeführt wird.
Einordnung von Timber Carbon
Kurz nach dem Erscheinen startete die Pilotphase offiziell, wie wir im Beitrag zu Moneycab zusammenfassen. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Die Ausschreibung der Pilotphase zeigt die Meldung von Lignum.
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Quelle
Zürcher Wald
Fachzeitschrift der Zürcher Waldeigentümer und Forstleute


