
Die Zukunft der Wälder und der Bauwirtschaft ist eng miteinander verbunden. In der Dezember-Ausgabe 2024 des Bündner Wald zum Schwerpunkt «Zertifizierter Wald» beschreibt Thomas Fedrizzi, Co-Gründer von Timber Finance, warum der Holzbau ins Blickfeld von CO₂-Investoren rückt und wie Waldbesitzer davon profitieren können.
Medium
Bündner Wald
Veröffentlicht
1. Dezember 2024
Vom Wald zum Gebäude
Frühere CO₂-Konzepte im Wald entschädigten die Kohlenstoffbindung im stehenden Holz, was zunächst zu Nutzungsverzicht führte. Seit 2022 setzen Waldschäden durch Käfer, Sturm und Feuer viele Waldprojekte unter Druck. Gleichzeitig wächst die Einsicht, dass die Bau- und Immobilienwirtschaft, verantwortlich für 37 Prozent der weltweiten Emissionen, dekarbonisiert werden muss. Der Holzbau ist entlang der ganzen Kette vom Wald bis zum verbauten Holz von IPCC, UNFCCC und EU als Negativemissionstechnologie anerkannt. Fedrizzi sieht in ihm die einfachste, schnell skalierbare Form von Carbon Removal, da Wald, Holzindustrie und Holzbau bereits bestehen.
Ein Teil der Erlöse geht in den Wald
Timber Finance entwickelt seit 2022 eine Methodik unter dem VCS-Standard für den freiwilligen Markt. Die Speicherleistung wird in der Tragstruktur gemessen und über Jahre nachgewiesen. In der Schweizer Umsetzung erhält die Bauherrschaft nicht die ganze Vergütung: Stand Ende 2024 sollten 20 bis 30 Franken pro Festmeter sägefähigen Stammholzes zurück in den Wald fliessen, für unterfinanzierte Massnahmen von der Verjüngung bis zur Ernte. Die Pilotphase kalibriert den Ansatz an rund 20 Holzbau- und sechs Waldprojekten, in Graubünden unter anderem mit der Holzvermarktung Graubünden AG und dem Forstbetrieb Flims Trin.
Ohne Wald keinen Holzbau. Ohne Holzbau aber auch keine Stammholznutzung.
Einordnung von Timber Carbon
Der Beitrag beschreibt den Stand der Pilotphase Ende 2024. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Eine kürzere Fassung erschien 2025 in der Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen. Unsere Methodik erklärt die Technologie-Seite.
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Quelle
Bündner Wald
Fachzeitschrift für den Wald in Graubünden


