
Parallel zum Boom nachhaltiger Anlagen rückt eine traditionelle Industrie in den Fokus: die Wald- und Holzindustrie. In der Handelszeitung Nr. 42 vom 20. Oktober 2022 zeigt Erik Reichmuth, Managing Director der Timber Finance Initiative, wo die Chancen für Impact- und Net-Zero-Investoren liegen.
Medium
Handelszeitung
Veröffentlicht
20. Oktober 2022
Von der Edelholzplantage zur Holzbaukette
Laut Swiss Sustainable Finance stieg das Volumen nachhaltiger Anlagen in der Schweiz um 30 Prozent auf 1982,7 Milliarden Franken, nachhaltige Mandate wuchsen um 109 Prozent. Früher waren Direktinvestments in Edelholzplantagen gefragt, seit der Holzwende 2020 eröffnen sich laut Reichmuth Chancen mit höherer Wertschöpfung, die auf die langfristige CO₂-Bindung in Holzbauprodukten setzen. Erste strukturierte Produkte wie der Timber Carbon Capture & Storage Index vereinfachten Anlageentscheide, sagt Co-Founder Thomas Fedrizzi. In Entwicklung waren zudem Holzfonds für KMU im DACH-Raum, Holzbauhypotheken und holzbauspezifische Immobilienfonds.
Eine der einfachsten, skalierbarsten und kostengünstigsten Lösungen für das Klima und für die Dekarbonisierung der Bauindustrie ist der Holzbau.
Carbon Removals als neue Einnahmequelle
Das Zitat stammt von Stefan Zöllig, Gründer von Timbatec und Co-Gründer der Initiative. Allein in der Schweiz könnten laut Zöllig jährlich rund 1 Million Kubikmeter Holz zusätzlich verbaut werden, ohne die Waldfläche zu verkleinern, was 1 Million Tonnen gebundenem CO₂ entspreche. Die Zementwerke verursachen gut 6 Prozent des Schweizer CO₂-Ausstosses. Der Beitrag rechnet bis 2030 mit einem CO₂-Markt von 30 Milliarden Dollar, in dem Carbon-Removal-Zertifikate die höchsten Preise erzielen, und verweist auf die Anerkennung von «Timber in Construction» durch die UNFCCC im Juli 2022.
Einordnung von Timber Carbon
Wie die Zertifikate damals ausgestaltet werden sollten, beschreibt der Beitrag in der Holzrevue 10/11 2022, die Anlageseite vertiefte Thomas Fedrizzi 2024 in einem Gastbeitrag in der Handelszeitung. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt.
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Quelle
Handelszeitung
Schweizer Wirtschaftszeitung


