
Damit mehr Holz verbaut wird, braucht es neue finanzielle Anreize für Immobilieninvestoren, Bau sowie Wald- und Holzindustrie. Im Fokus-Beitrag der Schweizer Holzrevue 10/11 2022 stellt Thomas Fedrizzi, Co-Founder der Timber Finance Initiative, das geplante CO₂-Speicherzertifikat für den Holzbau vor.
Medium
Schweizer Holzrevue
Veröffentlicht
1. Oktober 2022
Die Kosten als Barriere
Mit einem zusätzlichen Holzerntepotenzial von 2,8 Millionen Kubikmetern pro Jahr könnte der Schweizer Wald laut Fedrizzi rund 1,1 Millionen Kubikmeter Massivholz für die Bauwirtschaft bereitstellen, womit jährlich 1,1 Millionen Tonnen CO₂ langfristig in Gebäuden gebunden würden. Die Schweiz hat mit rund 15 Prozent bereits eine hohe Holzbauquote. Eine wichtige Barriere sind die Kosten: Laut Wüest Partner sind 9 von 10 institutionellen Immobilienentwicklern und -investoren nicht bereit, rund 10 Prozent Mehrkosten insbesondere für Schweizer Holz zu tragen.
Denn wenn nicht mehr (Schweizer) Holz aus dem Wald kommt, kann auch nicht mehr verbaut werden.
Ein Zertifikat für Bau und Wald
Die Timber Finance Initiative entwickelte deshalb mit einer internationalen Arbeitsgruppe das weltweit erste handelbare CO₂-Speicherzertifikat für den Holzbau und baute parallel eine Schweizer Projektpipeline auf. Das Zertifikat sollte einen grossen Teil der Mehrkosten ausgleichen und Waldbesitzer für die nachhaltige Bewirtschaftung und höhere Erntekosten in schwierigen Lagen entschädigen. Verkauft werden sollten die Zertifikate an Unternehmen mit Netto-Null-Verpflichtung. Als Rückenwind nennt der Beitrag die Aufnahme von «Timber in Construction» durch die UNFCCC im Juli 2022 und den Bericht des Bundesrats zu CCS und Negativemissionen vom Mai 2022.
Einordnung von Timber Carbon
Die Idee, Bauherrschaft und Wald gemeinsam zu vergüten, prägte die spätere Pilotphase, siehe die Meldung von Lignum. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Wie das die Stammholzbewirtschaftung stärkt, zeigt der Beitrag im Bündner Wald.
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Quelle
Schweizer Holzrevue
Schweizer Fachmagazin für die Holzbranche


