
Für Waldeigentümer bietet sich die Chance, eine weitere Ökosystemleistung in Wert zu setzen. Felix Keller, Geschäftsführer von WaldZürich, dem Verband der Waldeigentümer im Kanton Zürich, erklärte im Zürcher Bauer vom 8. April 2022, wie Waldklimaschutzprojekte funktionieren.
Medium
Der Zürcher Bauer
Veröffentlicht
8. April 2022
Drei Ansätze und zwei Märkte
Bei Wald und Holz unterscheidet Keller drei Wirkungen: die CO₂-Einlagerung im Wald, den Ersatz anderer Stoffe und die CO₂-Senke in verbautem Holz. Im verpflichtenden Emissionshandel spielt der Wald keine Rolle. Auf dem freiwilligen Markt können Waldeigentümer über den Verein Wald-Klimaschutz Schweiz zwei Ansätze vermarkten. Beim ersten verpflichten sie sich, ein vereinbartes Holzvolumen 30 Jahre im Wald zu belassen, was bei 30 Kubikmetern rund 35 Franken pro Hektare und Jahr ergibt. Solche Projekte lohnen sich ab 1000 Hektaren. Beim zweiten verzichten sie 50 Jahre lang ganz auf die Nutzung.
Auf das Nutzen von Holz muss nicht verzichtet werden.
Beispiele aus dem Kanton Zürich
Die Stadt Winterthur rechnet die Leistung ihres Waldklimaschutzprojekts der eigenen CO₂-Bilanz an, die Gemeinde Bauma liess eine Machbarkeitsstudie erstellen. WaldZürich arbeitete an einem Pool, der allen organisierten Waldeigentümern Zugang zu einem solchen Projekt geben soll. Zum Schluss blickt Keller auf verbautes Holz: Waldeigentümer könnten künftig auch dafür einen Teil der CO₂-Leistung des Waldes vergütet erhalten. Die Timber Finance Initiative arbeite an einem solchen Produkt.
Einordnung von Timber Carbon
In der Pilotphase 2024 erhielten auch Forstreviere Vergütungen aus den Zertifikatserlösen, wie wir im Beitrag zu Moneycab zusammenfassen. Timber Carbon, 2026 als Spin-off von Timber Finance gestartet, bringt die Speicherleistung von Holzbauten heute als CO₂-Speicherzertifikate auf den freiwilligen CO₂-Markt. Wie das die Stammholzbewirtschaftung fördern kann, beschreibt der Beitrag im Bündner Wald.
Themen
Quelle
Der Zürcher Bauer
Zeitung des Zürcher Bauernverbands


